Sommer – Ernte

Veröffentlicht: 7. Juli, 2021 / 19:11 iw 0

Die Sommerzeit ist eine Zeit voll Lebenslust und Glückseligkeit. Viele genießen ihren Urlaub am Meer, an den Seen, in den Bergen oder in den Gärten. Die Gärten verwandeln sich in reine Paradiese. Sommerzeit ist Erntezeit. Die ersten Obstbäume locken mit saftigen Kirschen und Marillen. An den Sträuchern wachsen Ribisel, Himbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren und vieles mehr.

 

Die Fülle ist so groß, dass man sie zu süßen Marmeladen und Säften verarbeiten kann. Für das Mittagessen holen wir uns knackigen Salat, Tomaten, Kohlrabi, Schnittlauch in die Küche. Auf den Wiesen kann man bunte Sommerblumensträuße pflücken und auf den Feldern wird das erste Getreide gedroschen. Fülle pur! Nach dem vielen Umgraben, Säen, Jäten, Schneiden, Düngen, Gießen kann man sich hoffentlich einen gemütlichen lauen Sommerabend mit Freunden und einem Gläschen Wein auf der Terrasse gönnen. Aber all unsere Bemühungen können auch begrenzt sein.  Dürre und Unwetter können zerstören, was Menschen  mit Fleiß und Mühe gepflanzt haben. Die Natur lehrt uns, dass wir nicht alles selbst in der Hand haben.

Auch unser Leben können wir mit einem Garten vergleichen. Das Frühjahr lässt neue Lebenskräfte in uns aufblühen. Was habe ich heuer alles gesät an neuen Projekten, Ideen, Visionen. Corona war auch die Zeit einmal Neues auszuprobieren. Was hat sich daraus entwickelt? Was ist daraus gewachsen? Sind erst die ersten Blüten sichtbar oder reifen schon Früchte? Viele Früchte hat das Berufsleben wachsen und reifen lassen, gute und weniger gute. Die Früchte der Arbeit sind oft gar nicht leicht sichtbar. Vielleicht haben sie viel Energie und Kraft in ein Projekt hineingesteckt und der Lockdown hat alles zunichte gemacht. Aber auch Worte, Bücher, Gespräche, Medien bringen neue Früchte hervor. Von der Natur kann man lernen, dass man es nicht immer selbst in der Hand hat, ob und wie etwas wächst. Im Garten des Lebens gibt es vieles, was uns zufrieden macht, staunen und dankbar sein lässt, bedrückt, nachdenklich macht. Vielleicht nehmen Sie sich einmal Zeit, setzen sich gemütlich auf die Gartenbank und machen sich bewusst, was in Ihrem „Garten des Lebens“ alles gerade so wächst und reift, was Sie schon alles geerntet haben und was Sie vielleicht noch neu aussäen wollen in diesem Sommer, weil Sie noch mehr Vielfalt und Farbe in ihren Lebensgarten bringen möchten.

Der „Garten des Lebens“ braucht genauso viel Achtsamkeit und Aufmerksamkeit wie der Gemüsegarten. Viel Spaß beim „Garteln“!


Text: Mag. Birgit Raffelsberger
Foto: Katrin Gutmann