Hier ist Platz für Ihre Sorgen. Was belastet Sie im Moment besonders? Erzählen Sie uns davon. Manchmal hilft es, sich etwas von der Seele schreiben zu können. Die Sorgen von der Klagemauer werden in die Fürbitten im nächsten Sonntagsgottesdienst mit hineingenommen.

Wenn Sie das mit einem selbstgemachten Foto tun möchten, schicken Sie es bitte mit einer kurzen Bildbeschreibung an pfarre.hlfamilie.wels@dioezese-linz.at. Wir laden es für Sie hoch.

Einen neuen Eintrag an die Klagemauer schreiben

 
 
 
 
 
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11 Einträge
Ingrid Scherney Ingrid Scherney schrieb am 4. Mai 2020 um 13:49:
Mein vor einem halben Jahr verstorbener Vater trank sehr gerne und viel Kaffee. Noch mehr aber erfreute er sich am Duft der Kaffeebohnen, am köstlichen Aroma beim Aufbrühen und er schnupperte diesem Geruch noch in der leeren Kaffeetasse nach. Er sagte immer, dass Kaffee real gar nicht so gut schmecken kann, wie er duftet. Mir geht es manchmal mit der Freude so. Wenn die Sehnsucht und die Vorfreude auf etwas sehr groß sind und die Wirklichkeit dann damit nicht Schritt halten kann, hilft mir das Nachschnuppern, wie es der Vater bei der leeren Kaffeetasse getan hat. Dabei kann ich wieder den Geschmack der Vorfreude spüren: sie ist nicht nur die schönste Freude, sondern auch die einzige, die einem mit Sicherheit unbenommen bleibt.
Helmut Reindl Helmut Reindl schrieb am 2. Mai 2020 um 17:29:
Es war einmal, beginnt das Märchen, / das man den Kindern so erzählt. / Es gab viel Zeit für alle Menschen, / auf dieser wunderschönen Welt. / Von der Sonne hell beschienen, // lag die Zeit, nur um zu dienen, / vor der Menschenkinder Aug, / und nicht Diebstahl, auch nicht Raub, / waren nötig, sie zu besitzen, / die gute Zeit für sich zu nützen. // Für jeden gab es Zeit in Fülle, / zurück blieb oft nur leere Hülle! / Das kostbarst´ Gut, es wurd´ Verdruss, / anstatt zum Nutzen, zum Genuss, / für Seele und auch für den Leib! / Wir nennen dies auch Zeitvertreib! // Wo stehe ich, in diesem Reim? / Wird das bei mir wohl anders sein? / Nützt´ ich, mir anvertrautes Gut? / Hab´ zu ehrlicher Antwort ich den Mut? / Nützte ich die Zeit, um stets zu streben, / zu Demut - und Dankbarkeit für unser Leben, / zu Freude, Liebe und Versöhnung? / Oder pflegte ich nur Zeitverhöhnung? / Wie es auch ist, wie es auch war, / bei Gott, der mir die Zeit gebar, / da hilft kein Klagen und kein Weinen, / sonst werde ich auch noch / die Gegenwart versäumen! / ---oooOooo--- Ich bitte dich / du guter Gott, / lass mich die Zeit / nicht schlagen tot! / Dein Helmut
Margarethe Kampmüller Margarethe Kampmüller schrieb am 2. Mai 2020 um 15:09:
In meiner Corona Isolation fehlt mir der Umgang mit den Menschen, die netten Gespräche, ganz besonders die ehrenamtliche Tätigkeit als Mesnerin, sowie das gemeinsame Singen im Klangprojekt, die Arbeit im Barteam. Vorallem aber fehlt mir das schöne Miteinander, dass es in unserer Pfarre gibt!
Margarethe Kampmüller Margarethe Kampmüller schrieb am 1. Mai 2020 um 17:47:
Unsere Thuje vor der Grundgrenze ist geschnitten, ohne dass wir davon in Kenntnis gesetzt wurden. Zufällig ging ich in die Bauernstube, schaute beim Fenster raus und sah eine Leiter stehen. Ich bin raus in den Garten und fragte höflich, wer er ist und was er da mache! Als Antwort bekam ich, er ist von der Fa. Simsi und schneide die Thuje. Okay, was rüber hängt, darf er ja schneiden kann man nichts machen. Ich habe ihn noch aufmerksam gemacht, dass darunter die Garteneisenbahn ist, mit einem unschätzbaren Wert. Ich habe nicht damit gerechnet, dass lange Äste auf unserem Grund und Boden rausgeschnitten werden. Ich muß mir einen Baumpfleger besorgen, der die Thuje wieder in Ordnung bringt. Unser 2 Jahre alter Sichtschutz unter der Thuje ist auch kaputt. Unser Nachbar hat ein 4-5 m freistehendes Schwimmbecken auf einer Terasse (ohne Abschluss) unter der Thuje direkt an Grundstücksgrenze zu uns stehen. Seit 2009 ist das der 4. große Schaden, der jedesmal mit viel Ärger verbunden ist. Heute beim Mittagessen haben Paul, Isolde und ich überlegt: "Was kommt als nächstes"
Rosa Pühringer Rosa Pühringer schrieb am 1. Mai 2020 um 13:23:
1. Mai - es geht wieder vorwärts, hören wir in den Medien. Viele Einschränkungen, die in den letzten Wochen unser Leben belasteten, werden nun aufgehoben oder erleichtert. Seit gut einer Woche kommen meine Tageskinder wieder zu mir. Ich darf - muss - soll sie wieder betreuen. Ich freue mich, aber irgendwie belastet mich doch auch die Ungewissheit. Es geht mir grad alles ein wenig zu schnell. Wie groß ist die Gefahr der wir uns aussetzen. Welche Sicherheitsvorkehrungen sind überhaupt möglich einzuhalten? Hab fast ein schlechtes Gefühl, wenn ich meinen betagten Vater oder meine Schwiegermutter, die gerade 90 geworden war, besuche. Hoffentlich bleiben wir alle gesund und es gibt keine Ansteckung. Die Arbeit mit den Kindern macht mir so viel Freude, aber der Spagat zwischen Familie und Beruf belastet mich enorm. Ich blicke aber trotzdem voll Zuversicht in die Zukunft und freue mich auf die erste "erlaubte" Umarmung meiner Söhne, Schwiegertöchter und vor allem unseres Enkelkindes. Vermisse sie alle schon so sehr.
Gaby Eichberger Gaby Eichberger schrieb am 1. Mai 2020 um 10:09:
Im Juni bekommen wir neue Nachbarn. Die jetzigen Nachbarn haben mit ihren Kindern ein Zweifamilienhaus ausserhalb von Wels gekauft. Dort wollen sie nun mit ihren Kindern und Enkelkindern leben. Sie waren gute Nachbarn, es gab nie Streit. Ich bin schon gespannt wie die neuen Nachbarn sind. Wir wissen bisher nur, dass sie so um die 25 sind und beide im Krankenhaus arbeiten. Wir schauen aber positiv in die Zukunft. Was soll schief gehen? Ich denke nicht, dass wir Probleme mit ihnen bekommen werden. Wichtige Nachbarschaft ist bei uns um so wichtiger, da ja nun die Heizung getauscht wird und natürlich gemeinsam zu bezahlen ist. Da wir mit unseren Nachbarn damals einig waren auf Fernwärme umzusteigen, wurde Gott sei dank die Zugangsleitung ins Haus schon damals gemacht, also der Löwenanteil ist bezahlt. Sind nur noch die Arbeiten im Haus zu machen, was aber auch noch genug ist.
Isolde Kampmüller Isolde Kampmüller schrieb am 25. April 2020 um 10:14:
Ich habe Angst, dass meine Mutter wieder krank wird. Wen ich arbeiten gehe ob ich sie alleine lassen kann da ich nicht weiß was meinen Nachbarn als nächstes einfällt. Grade in der Corona Zeit ist es für meine Mutter super, dass sie sich im Garten bewegen kann. Doch es kommen gemeine Bemerkungen über den Zaun. Ganz besonders wen er Besuch hat von seinen Kindern und deren Enkeln. Man versucht sie so gut wie möglich zu ignorieren. Aber wen ich von der Arbeit nach Hause komme möchte ich mich frei im Garten bewegen. Im Garten Unkraut zupfen ohne das ich angst haben muss das beim Bücken mein Nachbar das Aussehen meines Hinterteil kommentiert. Wen ich besuch habe stört es mich auch nicht das der Nachbar im Garten sich befindet. Ist ja schließlich sein Fleckchen Erde. Mich beschäftigt es nur warum er, dass macht wen die Jungen auf besuch kommen. Muss er beweisen wie stark er ist? Ich habe jetzt viel zusammen mit meiner Mutter im Garten gearbeitet um auch hier schöner Wohnen zu haben. Jetzt will der Nachbar unsere Thujen abschneiden, weil er in seinem Garten genau das Schwimmbecken darunter gestellt hat. Ich weiß er darf das bis zu Grundgrenze aber gestern hat er schon wieder Gebüsch bei uns abgeschnitten. und ich glaube nicht das drauf achtet wie die Thujen dann ausschaut....😢 Meinen Vater hat das damals schon sehr zugesetzt. Die Gerichtsverhandlungen etc. auch wen wir Recht bekommen haben. Soviele Leute haben sich positiv verändert durch Corona man könnte diese Zeit auch nutzen um nach zudenken über sich... 🌈
Ingrid Scherney Ingrid Scherney schrieb am 24. April 2020 um 23:26:
Morgen wären wir zur Pfarrreise aufgebrochen. Meine Vorfreude auf eine unbeschwerte Woche voller Leben mit lieben Menschen, voller Leichtigkeit, Spaß und Freude im Südosten Europas war groß. Aber es schaut leider anders aus: morgen werde ich nach 40tägiger sozialer Wüstenzeit – wie viele andere auch – zum 41. Mal in Folge alleine am Tisch sitzen beim Essen; mit meinen Kindern, Enkelkindern, Familie und Freunden nur über die Ferne kommunizieren; Nachrichten im Fernsehen und Internet in der Hoffnung auf eine baldige Wende aufsaugen und am Abend dann wieder bedrückt schlafen gehen, weil eine baldige Wende nicht in Sicht ist. Niedergeschlagen, weil alles schon so lange dauert und kein echtes Ende in Sicht ist. Aber vielleicht schaut es morgen auch schon wieder ganz anders aus – einmal Drüberschlafen … und die Welt kann wieder eine andere sein.
Ingrid Scherney Ingrid Scherney schrieb am 10. April 2020 um 13:05:
Meine 83jährige Mutter hat sich selbst eine strenge Quarantäne auferlegt, nachdem sie im Dezember einen sehr schweren Lungeninfarkt hatte. Im Monat davor ist der Vater nach 60 Ehejahren verstorben. Wir reden nur vom Garten ins Haus, stellen Einkäufe, Essen etc. vor der Haustüre ab. Das ist die strikte Grenze, die niemand überschreiten darf. Vor 4 Wochen ist sie gestürzt, hatte große Schmerzen im Bein, die sie auf eine Prellung zurück führte und rief erstmals nach 14 Tagen den Notarzt an. Dieser beruhigte sie einigermaßen: gebrochen kann nichts sein, sonst könnte sie nicht gehen – was sie mit Hilfe von Krücken machte – und riet aufgrund ihrer Vorerkrankung ab, den Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Gestern wurde das Bein so dick, und die Angst vor einer neuen Thrombose so übermächtig, dass sie sich mit der Rettung in die Notaufnahme bringen ließ. Diagnose: Bruch des Sprunggelenks. Nach Mitternacht wurde sie wieder nach Hause gebracht, beruhigte die ganze Familie telefonisch: Es geht mir gut, der Bruch ist am Heilen. Ich schone mich – und bitte, machts euch keine Sorgen und bleibts daheim! In dem Gefühlschaos von Hilflosigkeit, Verzweiflung, Trauer und Ohnmacht sind Tränen heilsam. Es fließen darunter aber auch Tränen der Freude und der Bewunderung über die Lebenskraft und die Stärke der Mutter, die still alles annimmt, wie es kommt: die Trauer um ihren Mann, die starken Schmerzen, das Alleinsein. Sie ist aber auch groß in der Freude und der Dankbarkeit über Telefonate, Post, über die Gemüsesamen, die auf der Fensterbank zu stattlichen Pflanzen heranwachsen, über Besuche vor dem Haus, über Essen auf Rädern. Von Khalil Gibran stammt das Zitat „Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt, desto mehr Freude könnt ihr fassen.“ Er könnte dabei unsere Mutter vor Augen gehabt haben. Morgen bepflanze ich das Grab des Vaters, nachdem es gestern neu aufgesetzt wurde. Ich werde ihm erzählen, wie tapfer sein Weibi ist. Und danach der Mama durchs Fenster ein Handyfoto vom „Papa sein Betterl“ – wie sie es nennt – zeigen.
Birgit Raffelsberger Birgit Raffelsberger schrieb am 10. April 2020 um 10:24:
Tränen rollen mir über die Wangen Abends lag ich im Bett und musste weinen, einfach so. Ich weiß gar nicht warum. Aber eine Träne nach der anderen rollte über meine Wangen und ich spürte jeder einzelnen nach. Es war ein sehr sanfter und berührender Augenblick. Tränen der Erschöpfung. Tränen der Verzweiflung. Tränen der Angst. Tränen des Mitgefühls. Tränen der Sehnsucht. Tränen der Dankbarkeit. Tränen der Verbundenheit. Tränen der Liebe, weil ich meine Lieben sehr vermisse, meine Kinder, meine Schwester, meine Mutter, mein Enkelkind und noch so viele Menschen mehr. Jede Träne ein Gebet.
Birgit Raffelsberger Birgit Raffelsberger schrieb am 7. April 2020 um 13:56:
So war es schon vor 100 Jahren Paul Ernst · 1866-1933 Die beiden alten Leute sind allein ... Die beiden alten Leute sind allein. Sie setzen sich: Vater steckt die Brille ins Futteral und schneidet den Sonntagsbraten an. Dann lassen sie die Gläser klingen: „Auf unseren Jungen.“ Und ich sitze allein, Sonntags, von weitem eine Tanzmusik. Und ich denke an die Alten.