Im Advent und an Weihnachten begleitete uns das Thema der Herbergssuche. Wir überlegten und erfuhren, wie wir Herberge für andere und für Gott sein können. Gemeinsam Gutes tun zählt im christlichen Verständnis von Nächstenliebe zu einer konkreten Verwirklichung, wie man Herberge sein kann. Gemeinsam Gutes tun, das ist auch das Motto der heurigen Sternsingeraktion.
Abgesehen davon, dass Gutes tun für uns als Christ*innen aus mehrerlei Gründen eigentlich schon fast eine moralische Verpflichtung darstellt, können wir nachfragen, wie dieses Credo aus den biblischen Texten des heutigen Tages hervorgeht. Die Sterndeuter, von denen im heutigen Evangelium die Rede ist, huldigen einem Neugeborenen, einem scheinbar ganz normalen Baby mit sehr wertvollen Geschenken: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Wie sich herausstellte war dieses Baby aber der Anfang eines ganz besonderen Menschenlebens. Der Beginn der Geschichte einer Person, die die Weltgeschichte der nachfolgenden 2000 Jahre gehörig beeinflusste. Und wovon predigte dieser Mensch, Jesus, in wiederholtem Maß? Vom guten Handeln, von der Nächstenliebe, von der Liebe, die wir Menschen zueinander versuchen sollen. Ein Teil davon ist auch das Motiv: „Gemeinsam Gutes tun“. Ob die Sterndeuter das neugeborene Jesuskind wirklich mit Gold, Weihrauch und Myrrhe besucht und ihm gehuldigt haben, sei dahingestellt und offen für Interpretationen. Zentral ist hier, dass die Verfasser des heutigen Evangeliums, bekannt als Evangelist Matthäus, durch die Erwähnung der Huldigung besonders die Bedeutung des Kindes, später dann des erwachsenen Menschen hervorheben, der unser Vorbild für Nächstenliebe ist. Gemeinsam Gutes tun, Nächstenliebe in all ihren Formen ist also ein besonders hohes Gut. So ein besonderes Gut, dass sich vor 2000 Jahren daraus eine ganze Religion entwickelt hat.
Gemeinsam Gutes tun – mit welchen Aktionen erfüllen die Sternsinger heuer dieses Motto? Welche Projekte werden unterstützt?
Das heurige Vorzeigeprojekt befindet sich in Tansania. Das ist ein Land in Ostafrika. Hunger und Wassermangel bestimmen dort das Leben vieler Menschen. Trockene Böden und fehlendes Wissen über landwirtschaftliche Methoden, die trotz Klimawandel gute Ernten ermögichen, führen zu schlechten Ernten. Die Klimakrise verschärft die Situation zusätzlich: Dürre, Überschwemmungen und Schädlingsbefall machen die Erträge unberechenbar. Die Partnerorganisation der Sternsingeraktion, das Human Life Defense Department (HLDD), unterstützt Familien dabei, sich mit Nahrung zu versorgen. Kurse der Partnerorganisation verbreiten das Wissen um landwirtschaftliche Methoden. Frauenrechts-Foren stellen sicher, dass der Einfluss der Frauen in der Familie und im Dorf gestärkt wird. Frauen sollen in wichtige Entscheidungen einbezogen werden. Gemeinsam wird gegen Kinderheirat und Genitalverstümmelung vorgegangen. Es werden auch Lösungen gesucht, wie der Armut und den negativen Auswirkungen der Klimakrise begegnet werden kann.
Von 1. bis 5. Jänner sind 15 Kinder, 24 Jugendliche und 13 Erwachsene in unserem Pfarrgebiet unterwegs gewesen, um als Sternsinger*innen Spenden für diese Projekte zu sammeln. Sie haben ihre freie Ferienzeit gespendet und Gutes getan. Jede einzelne Zeit- und Geldspende verwandelte ein Lied, ein Lächeln und einen Segen in wirksame Hilfe für Kinder und Familien in Not. So konnte insgesamt ein Spendenergebnis von 18.078,97€ (Stand: 5. Jänner abends) erzielt werden.
Dafür möchte ich herzlich Danke sagen. Danke allen Spenderinnen und Spendern für offene Herzen und offene Geldbeutel, und auch danke allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die als Sternsinger*innen und als Begleitung unterwegs waren, danke allen Personen, die sich bereit erklärt haben, die Sternsingergruppen nach einem anstrengenden Tag zu verköstigen und wieder zu Kräften kommen zu lassen. Und ein besonderer Dank geht auch an Raphael Strasser und Felicitas Podstatzky, die im Organisationsteam gehörig am Gelingen der heurigen Sternsingeraktion beteiligt gewesen sind.
Mit einem Rückblick auf das heurige Motto, darf ich also sagen: Wir haben gemeinsam Gutes getan. Danke.
Hemma Bauer
Fotos: Andrzej Gorgol


















