Der Himmel bleibt unser Ziel

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Wenn jemand Abschied nimmt von dieser Welt, dann kann das innerlich sehr tiefgreifend sein. Sowohl für den Abschiednehmenden als auch für die Hinterbliebenen. So spüren auch wir in dem Abschiedsgebet von Jesus die tiefe Verbundenheit von Jesus mit seinen Freunden und auch mit seinem Vater. Jesus gibt uns ein schönes Beispiel von betender Seelsorge. Er weiß, dass er seinen irdischen Weg bald vollenden wird. Alle, die ihm anvertraut sind, liegen im sehr am Herzen und sind ihm nicht egal. Die Welt, in der sie weiterleben werden, kennt er. Und er kennt auch das Böse, das überall um sich greift und nicht auszurotten ist. Deshalb ist es ihm ein Herzensanliegen, dass sie, wenn er nicht mehr unter ihnen ist, bewahrt werden auf ihren weiteren irdischen Wegen. Er hat aber zu ihrem Schutz kein Patentrezept für sie, das in Krisenzeiten seine Wirkung zeigt, sondern er richtet seine Hände zum Vater und bittet ihn um Bewahrung vor dem Bösen. Er hat sie im Namen des Vaters bis jetzt behütet als der gute Hirte und möchte er sie jetzt der Obhut seines Vaters übergeben.

Ist das nicht ein wunderbares Beispiel des seelsorgenden Gebetes auch für uns? Wer von uns hat nicht seine Sorgenkinder, für die er Gott von Herzen bittet um Bewahrung, vielleicht auch um Heilung.

Das Böse, das uns in vielerlei Art Bedrängende, hat durchgehalten bis heute und es wird sich nicht ausmerzen lassen. Da ist es ganz wichtig, dieses Gebet Jesu weiterzuführen und innig zu bitten um Einsicht und Bewahrung.

Wir brauchen nicht mutlos zu werden oder zu verzweifeln auf diesem Fleckchen Erde, wo Gott uns hingestellt hat. Bleiben wir unseren persönlichen Aufgaben, die jedem von uns auferlegt sind, treu!

Dann mögen wir das erleben, wie auch seine Jünger: unsichtbar ist Jesus weiterhin unter uns und mit uns. Er verspricht es uns mit den schönen Worten: „Ich bin bei euch, alle Tage, bis zum Ende der Welt.“

Der Himmel bleibt unser Ziel, aber der Weg ist hier, den wir als Glaubensgemeinschaft vertrauensvoll mit Jesus gehen dürfen.

Hermann Niederhauser
Diakon